WIE ICH ARBEITE
Wenn ich meine Arbeitsweise beschreiben sollte, würde ich mich zunächst als Malerin bezeichnen. Ich arbeite thematisch und in Zyklen, meist in Serien und über einen längeren Zeitraum hinaus.
So beschäftigte ich mich in den Jahren 2005 bis 2014 intensiv mit dem Thema Tanz, insbesondere im Zusammenhang mit „Tango Argentino“, der mir intensive und tiefe Quelle für eine große Zahl von Werken geworden war. Auch der menschliche Körper inspirierte mich lange Zeit zum künstlerischen Ausdruck.
Meine jüngsten Werke befassen sich mit Wachstums- und Vergänglichskeitsprozessen in der Natur. In diesem Zusammenhang steht auch diese Ausstellung „Grauzone“: Im Kontext künstlerischer Erforschung einer weißblühenden Amaryllis zeige ich hier einen faszinierenden Zugang zu diesem Thema. In meinen seriellen Arbeiten lege ich einen besonderen Fokus auf die Interpretation der natürlichen Verwandlungsprozesse dieser Pflanze - von der Knospe über die Blüte bis hin zur welken Phase. Diese Transformation nutze ich als Gelegenheit, die nuancierte Palette von Grau malerisch zu erkunden. Ich möchte das Publikum dazu einladen, subtile Farbabstufungen und deren emotionale Resonanz wahrzunehmen. Die weiße Blüte ist für mich nicht nur Gegenstand, sondern auch Medium für eine tiefere Erkundung dessen, was Grau sein kann - eine Einladung, über die Grenzen von Farbe und deren Bedeutung nachzudenken. Mein Ansatz fordert daher auch zu einer bewussteren Wahrnehmung der Dinge in ihrer wechselhaften Natur auf.
Neben der Semantik meiner Bildwelt messe ich dem ästhetischen Aspekt meiner Arbeiten große Bedeutung zu. In meiner Malerei schichte ich die Farben oft lasierend oder auch deckend übereinander, so dass Raumtiefe entstehen kann. Außerdem lege ich großen Wert auf die Verzahnung der Bildgründe, spiele mit Figur und Grund und experimentiere mit Kontrasten und diversen Collagetechniken.
VITA
AUSSTELLUNGEN (Auswahl)